Über das Projekt
Moderne Software hat sich in den letzten zehn Jahren fast vollständig in die Cloud verlagert. Doch dieses Modell hat Schattenseiten: Wir geben die Kontrolle über unsere Daten an große Tech-Konzerne ab und machen uns von deren Servern und Preismodellen abhängig.
In diesem laufenden Projekt unseres Living Labs erprobe ich ganz praktisch den Wechsel zu "Local-First" und dezentralen Strukturen – sowohl privat als auch für mein Business. Das Ziel ist echte digitale Souveränität.
Gelebte Dezentralität im Alltag
Anstatt nur theoretisch über Datenschutz zu sprechen, habe ich begonnen, meine digitale Infrastruktur Schritt für Schritt umzubauen. Die ersten großen Meilensteine sind bereits erreicht:
- Regionales Hosting: Ich habe einen eigenen Server beim lokalen Unternehmen BLS.media angemietet. Ein Partner, dem ich vertraue und den ich persönlich aus unserem Co-Working Space kenne.
- Open Source E-Commerce: Mein Print-on-Demand Shop läuft nun unabhängig über die Shopware 6 Community Edition.
- Eigene Plattformen: Mein Podcast wurde von zentralen Plattformen wie Spotify hin zu meiner eigenen dezentralen Castopod-Instanz migriert.
- Sicherheit in eigener Hand: Passwörter liegen nicht mehr in der Cloud, sondern lokal und verschlüsselt in KeePassXC. Für die 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) nutze ich einen Hardware-basierten YubiKey – völlig unabhängig von fremden Authenticator-Apps.
Ausblick: Solid Pods & LocalFirstConf
Der nächste große Schritt in diesem Labor-Projekt ist die Auseinandersetzung mit "Solid" (Social Linked Data) – dem Projekt von Web-Erfinder Tim Berners-Lee. Ich habe bereits meinen ersten eigenen Solid Pod erstellt, um Datenhoheit auf Protokollebene zu verstehen.
Um diesen Weg konsequent weiterzugehen, besuche ich in wenigen Tagen die LocalFirstConf 2026 in Berlin. Dort freue ich mich auf den Austausch mit der Entwickler-Community und neue Impulse für unsere Qube Loco Infrastruktur.